Exkursion zum Thema "Rechtsprechung"

Gemäß dem Konzept im Wahlfach „Konfliktlotsenausbildung und Kommunikationstraining" wird neben dem Schlichtungsservice das Augenmerk besonders auf die Ausprägung und Weiterentwicklung persönlicher Kompetenzen bei den beteiligten Schülerinnen und Schülern gelegt.

So konnten die Mitglieder der Streitschlichtergruppe im Rahmen einer Exkursion an das Amtsgericht Landshut am Montag, dem 14.12.2015, einen ersten Einblick in Gerichtsverfahren und Rechtsprechung bei Jugenddelikten erhalten. Dort folgten sie mehreren Verhandlungen unter Vorsitz des Jugendrichters, Herrn Markus Brümmer; zusätzlich stellte sich Herr Brümmer den Fragen der Schülerinnen und Schüler und verdeutlichte hierbei u. a. die rechtlichen Unterschiede zwischen Erwachsenen- und Jugendstrafrecht.

Eine besondere Art der Rechtsprechung konnten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des zweiten Programmpunkts, einem Besuch bei dem in Landshut etablierten Schülergericht, kennen lernen. Der verantwortliche Projektleiter des Katholischen Jugendsozialwerks, Herr Andreas Bach, erläuterte den Gästen aus Dingolfing die mit dem Projekt verfolgte Zielsetzung und gab Beispiele für Delikte, die auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft vor dem Schülergericht verhandelt werden. Hierbei wurden Parallelen mit dem Konzept der Streitschlichtung an Schulen deutlich. Ähnlich wie bei schulischen Schlichtungsfällen ist das Gebot der Unbefangenheit und Vertraulichkeit wichtige Voraussetzung für die Tätigkeit der Schülerrichter; darüber hinaus gelten auch hier das Prinzip der Freiwilligkeit von Seiten der beteiligten Parteien sowie der Grundsatz einer einvernehmlichen Lösungsfindung.

Alles in allem empfanden die beteiligten Schülerinnen und Schüler die Exkursion nach Landshut als sehr informativ und gewinnbringend; der eine oder andere könnte sich sogar eine Ausweitung der Schlichtungstätigkeit hin zur Mitwirkung bei einem Schülergericht vorstellen.

Die Kosten für die Busfahrt nach Landshut konnten durch die großzügigen Spenden von Eltern und Lehrkräften bei Publicity-Aktionen während der letzten Elternsprechtage finanziert werden, für die sich die gesamte Streitschlichtergruppe an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken möchte.

Ausbildung und Urkundenübergabe

Wie bereits in den Vorjahren wurden die bereits aktiven Streitschlichter als Mentoren und Coaches in die Ausbildung des Streitschlichternachwuchses sowie in Maßnahmen zum Sozial- und Kommunikationstraining der 5. Klassen eingebunden. Durch die Mitarbeit in der Ausbildung der neuen Konfliktlotsen sowie ihren äußerst engagierten Einsatz bei Trainingseinheiten in der Jahrgangsstufe 5 unterstützten sie damit nicht nur die betreuenden Lehrkräfte maßgeblich in ihrer Arbeit; daneben konnte auch das bereits erworbene Wissen vertieft und erweitert werden. So durften zum einen die frisch gebackenen Streitschlichter ihre Urkunden über den erfolgreichen Abschluss des Mediationstrainings aus den Händen von OStDin Angelika Wallner in Empfang nehmen; zum anderen gebührt gerade auch den seit mehreren Jahren engagierten Schülerinnen und Schülern großer Respekt und Anerkennung für ihren sehr motivierten Einsatz und die geleistete Arbeit.

Workshop zur interkulturellen Kompetenz

Angesichts der anhaltenden Flüchtlingswelle und der Auswirkungen der Massenmigration auch auf unsere Gesellschaft sowie vor dem Hintergrund einer zunehmend globalisierten Welt, die geprägt ist durch internationale Verflechtungen in Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien, gewinnt die Bedeutung interkultureller Kompetenz zunehmend an Bedeutung.

Mit der Referentin Angela Heim von der Organisation "Working between cultures" war es gelungen, eine kompetente Ansprechpartnerin zur Vermittlung zentraler Inhalte zu dieser Thematik zu gewinnen. Im Rahmen eines halbtägigen Workshops mit dem Titel "Global Diversity" wurde mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Wahlfachs ausgehend von einer Analyse des Kulturbegriffs ein grundlegendes Verständnis von der Wirkungsweise von Stereotypen und deren Bedeutung bei interkulturellen Begegnungen erarbeitet. In einem nächsten Schritt wurden mit den Strategien des Perspektivenwechsels und dem Aufbau von Empathie konkrete Werkzeuge zur lösungsorientierten Bewältigung von Herausforderungen und Konfliktsituationen im interkulturellen Kontext vorgestellt und erprobt.

Die Finanzierung des Workshops wurde großzügigerweise durch den Förderverein des Gymnasiums Dingolfing übernommen, an den an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die kontinuierliche Unterstützung der Projekte der Streitschlichtergruppe ergeht.

StDin Elisabeth Rembeck StDin Renate Skibiak

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