Neben den Ausflügen nach Washington, Chicago oder nach Downtown Cincinnati bekamen die deutschen Schüler auch Einblick in das alltägliche Schulleben der Oak Hills High School. Dabei begleiteten die deutschen Teilnehmer des Austausches ihre Austauschpartner den ganzen Schultag über und begegneten dabei amerikanischen Schülern und Lehrern, die sie freundlich in ihren Unterricht aufnahmen und miteinbezogen.

Auch wenn das Erlernen neuer Unterrichtsstoffe nicht unbedingt im Vordergrund stand, konnten die Schüler doch einiges aus den Schulstunden mitnehmen. So fiel besonders auf, dass im Unterricht häufig digitale Medien verwendet und die Schüler stark zur Eigenrecherche angehalten werden. Neu war auch, dass die Lehrkräfte an amerikanischen Schulen ihre eigenen Klassenzimmer haben, die sie selbst recht kreativ gestalten. Allerdings müssen die Schüler nach jeder Unterrichtsstunde ihr Klassenzimmer wechseln, was nicht selten zu Chaos auf den überfüllten Gängen führte. Besonders freute man sich dennoch, nicht anders als in deutschen Schulen, jeden Schultag auf die Mittagspause, in der man sich gerne vom vielfältigen und leckeren Essen aus der Schulkantine verköstigen ließ. Abends begleiteten manche Dingolfinger ihre Austauschpartner noch zum Training der Schulmannschaften. Das Sportangebot der Oak Hills High School reicht von Golf bis hin zu American Football. In den "Clubs" repräsentieren die amerikanischen Schüler stolz die Farben ihrer Schule, rot und schwarz.

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In Cincinnati ging es nach einem ruhigen Abend in den Gastfamilien am ersten Tag zur Willkommensparty auf die Bowlingbahn, wo es auch reichlich Pizza und Getränke gab. Der darauf folgende Labour Day war eine gute Gelegenheit, die amerikanische Kultur kennenzulernen und das große Feuerwerk zu bewundern.
Tags darauf startete dann auch schon früher als von daheim gewohnt die Schule, wo sich die Gymnasiasten fast wie in einem amerikanischen High-School-Film fühlten, als sie mit ihren Austauschpartnern im Unterricht saßen oder bei Schulmannschaften und Clubs mitmachten.
Die anschließenden zwei Tage wurden mit Ausflügen zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt verbracht, unter anderem wurde der Carew Tower besichtigt, der eine atemberaubende Sicht über die ganze Stadt bot. Im Anschluss daran stand eine Führung durch den Great American Ballpark, das große Baseballstadion der Stadt Cincinnati, auf dem Programm, bei der den Dingolfingern die herausragende Bedeutung dieser amerikanischen Nationalsportart bewusst wurde. Die Führung durch die City Hall Cincinnatis gab einen interessanten Einblick über die Geschichte und Politik der Stadt. Ein weiterer Fieldtrip führte die Schüler in den Stadtteil Over-the-Rhine, wo bei einem Besuch des Findlay Markets und bei einem kurzen Spaziergang das historische Viertel, das von deutschen Siedlern errichtet und bewohnt worden war und dessen Name an die alte Heimat erinnern sollte, bewundert werden konnte. Die imposante Music Hall und ihre Geschichte, aber auch das American Sign Museum mit einer großen Menge an bunten, leuchtenden Schildern waren weitere Highlights des Tages. Ein unvergessliches Event war die Harvest Home Parade im Cheviot-Viertel im Westen Cincinnatis, an der die Schüler in Dirndl und Lederhosen und passender Musik teilnahmen und so ihre bayerische Heimat repräsentierten. Nach einem weiteren Vormittag in der Schule, der sich von der gewohnten Abläufen in Deutschland völlig unterscheidet, konnten die Schüler bei gemütlichem Beisammensitzen mit ihren Austauschpartnern und leckerem Essen ein Fußballspiel anschauen und obwohl Deutschland 4:2 gegen Holland verloren hatte, war die Stimmung beim daraufhin stattfindenden Footballspiel der Highschoolmannschaft fantastisch. Das Wochenende stand dann für Unternehmungen mit den Gastfamilien zur Verfügung.

A CAPITAL CITY

Am 28. August machten sich 25 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Dingolfing in Begleitung von Frau Krempl, Frau Zuchs und Herrn Fuchs auf den Weg nach Washington. In der Hauptstadt der Vereinigten Staaten war die Gruppe in einem zentral gelegenen Hotel untergebracht, das es ihr ermöglichte, große Teile der Stadt zu Fuß zu erkunden. Der Schwerpunkt der Besichtigungen lag auf der National Mall, an deren einem Ende sich das Kapitol befindet. Dabei legten die Austauschschüler mit ihren Begleitern große Strecken zurück, da sich Washington wie erwartet als sehr weitläufig entpuppte. Bereits am ersten Abend erfolgte ein kurzer City-Walk zum Weißen Haus und eine erste Erkundung des Regierungsviertels, wo die Dingolfinger auf äußerst höfliche und sehr hilfsbereite Amerikaner trafen. An den folgenden Tagen wurde mit dem Kapitol das Zentrum der amerikanischen Demokratie besichtigt; die an der National Mall zahlreich vorhandenen Museen und Monumente beeindruckten die Gymnasiasten sichtlich. Ein Besuch des Arlington Cemetery, eines National-Friedhofs, der Gräber bedeutender Militär-Angehöriger und Politiker, wie J.F.Kennedy, aufweist und mit Gedenk-Monumenten an tragische Ereignisse wie die Challenger-Katastrophe erinnert, wird in nachhaltiger Erinnerung bleiben.
Nach drei Tagen setzten die Schüler und Begleiter ihre Reise in Richtung Cincinnati fort und trafen nach einem kurzen Flug aufgeregt und voller Vorfreude das erste Mal auf ihre amerikanischen Austauschpartner, die sie bereits am Flughafen herzlich empfingen.

 

Genau zehn Jahre ist es her, dass an dieser Stelle die Veränderungen skizziert wurden, die mit der sukzessiven Einführung des G8 auch das Fach Englisch massiv betrafen. Es war die Rede von der Notwendigkeit eines „kontinuierlichen Wandels zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler“ durch die Einführung von Intensivierungsstunden, mündlicher Partner- und Gruppenprüfungen

sowie durch das Einfordern der Beherrschung neuer Präsentationstechniken. Mündlichkeit,
Lernerautonomie, Kommunikationsfähigkeit auf gymnasialem Niveau, Kompetenzorientierung, d.h. die Fähigkeit unserer Abiturientinnen und Abiturienten das Gelernte im späteren Berufsleben auch souverän anwenden zu können, Stärkung der Prüfungsformate listening und mediation, all das waren nur einige der neuen Schlagworte, die im Rahmen einer „Bildungsoffensive Bayern“ in den letzten Jahren in aller Munde waren. Die stets sehr guten Ergebnisse in den zentralen Jahrgangsstufentests in Englisch in den Jahrgangsstufen 6 und 10 belegen die hohe Qualität des Englischunterrichts am Gymnasium Dingolfing, der getragen wird von engagierten Lehrkräften, die die Lerninhalte den ihnen anvertrauten jungen Menschen in motivierender Form nahebringen. Damit werden die Forderungen der Bildungspolitik am Gymnasium Dingolfing in hohem Maße erfolgreich umgesetzt.
Von den Schülerinnen und Schülern aller Jahrgangsstufen sowie ihren Englischlehrerinnen und -lehrern wurde und wird ein hohes Maß an Bereitschaft zu einer veränderten Lern- und Lehrkultur erwartet. Mit dem neuen LehrplanPLUS, der in diesem Schuljahr in den 5.Klassen das neue
bayerische G9 eingeläutet hat, werde der Schülerschaft „nun wieder mehr Zeit für einen vertieften Kompetenzerwerb geboten“ (Ludwig Spaenle). Da „digitale Fähigkeiten in der modernen Welt grundlegende Schlüsselkompetenzen“ darstellten, „werde digitale Bildung nicht nur im
Lehrplan-PLUS fächerübergreifend vermittelt, sondern mit Informatik als eigenständigem Pflichtfach fest verankert“. Im Rahmen eines „Masterplans BAYERN DIGITAL II“ waren also alle Fachbetreuungen in diesem Schuljahr aufgerufen, Medienkonzepte für eine „fächerübergreifende Medienbildung“ zu erstellen. Also zwingend „mehr Tablets und weniger Büchertaschen“?
Bpv-Hauptpersonalrat Schwägerl meint, „es sei wenig zielführend, möglichst viele Geräte möglichst häufig einzusetzen“ (Zeitschrift des bpv, Mai, 2018, S.23). Vielmehr müsse es den Unterrichtenden ermöglicht werden, „mit Hilfe von Fortbildungsmaßnahmen den pädagogischen Mehrwert digitalen Medieneinsatzes zu erfassen“. Mit seiner Einschätzung, dass „trotz aller digitalen Möglichkeiten im Bildungsprozess die menschliche Beziehung zwischen Lernenden und Lehrenden immer im Mittelpunkt stehen müsse“, verweist Schwägerl auf eine von der empirischen Forschung längst überzeugend nachgewiesenen Tatsache. Überzeugend – da nicht ideologisch gefärbt – die Ergebnisse der sog. Hattie-Studie (mehr als 800 Metaanalysen, die wiederum 50 000 Einzelstudien zusammenfassen, mit weltweit 250 Millionen beteiligter Schüler): Die Fragestellung „Was macht guten Unterricht aus? Was ist wirklich lernfördernd“? zeitigte z.T. unerwartete Ergebnisse: Was „nicht schade, aber auch nicht helfe“ ist z.B. „Web-basiertes Lehren und Lernen“ (!), „was mehr hilft“ sind u.a. „lehrergeleiterter Unterricht“, „Zusatzangebote für starke Schüler“ und „regelmäßige Leistungsüberprüfungen“. „Was richtig hilft“ (empirisch nachgewiesen!), sind ein „vertrauensvolles Verhältnis zwischen Lehrkraft und Schüler“, „Lehrerfeedback“, „problemlösender Unterricht“, „fachspezifische Lehrerfortbildung“ und „Programme zur Leseförderung“ (zitiert nach Die ZEIT, 3.1.2013). Sehr lesenswert in diesem Zusammenhang auch der Artikel in der Washington Post vom 8.Oktober 2017, der die Erkenntnisse eines amerikanischen Buches zu gutem Unterricht referiert: „Two Veteran Teachers Expose How Technology Overuse Is Making Our Kids Dumber“. Die Quintessenz: „this lesson (gemeint ist ein lehrergeleiteter, schüleraktivierender, „bewegter“, interaktiver Unterricht) was superior in nearly every way compared to the more complex technology-enhanced lesson“. Die Autoren, beide Informatiker und Lehrer, legen darin dar, dass amerikanische Schüler nicht länger wie gebannt stumm auf ihre Computerscreens starrten, sondern unmittelbar ein sehr fruchtbares gemeinsames Lernerlebnis miteinander teilten.

Die Fachbetreuer Englisch sind sich mit der neuen Schulleitung einig, dass es selbstverständlich auch am Gymnasium Dingolfing kein Zurück in eine vor-digitale Welt geben kann. Die
Möglichkeiten und Vorzüge digitaler Medien müssen jedoch im größeren Zusammenhang einer dem Schüler zu vermittelnden media literacy gesehen werden. Einer gängigen Definition zufolge ist besagte media literacy mehr als souveräner technischer Umgang mit digitalen Medien, sondern die Fähigkeit, mit kritisch-analytischem Blick Fakten von bloßen Meinungen zu trennen, Wahrheit von gezielten Manipulationen zu einem bestimmten Zweck zu unterscheiden. Ergebnis dieser
Medienerziehung ist der mündige Staatsbürger.
In einer Zeit vielfach unterstellter („Lügenpresse“) oder bewusster Täuschung (im Netz generierte und verbreitete „alternative facts“), schleichenden Werteverlustes und bedrohter Demokratie erscheint es mir von entscheidender Wichtigkeit zu sein, neben der Nutzung digitaler Medien im Unterricht – und diese wird im Rahmen eines sinnvollen Beitrags des Englischunterrichts zum Medienkonzept am Gymnasium Dingolfing an geeigneten Stellen erfolgen (müssen) – die
Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken über die eigene Nutzungspraxis außerhalb der Schule anzuregen, bzw. für die Gefahren der sog. „social“ media (Verlust von Konzentrationsfähigkeit, Narzissmus, Cybermobbing), zu sensibilisieren, mithin die Möglichkeiten und Gefahren der
digitalen Welt rational zu erfassen, wie z.B. zu Beginn des Schuljahres mit dem Kinobesuch der Q11 zu Dave Eggers' dystopischem Roman The Circle und dessen Besprechung im Kursunterricht geschehen.
Nicht unerwähnt sollen hier die vielfältigen Angebote an unsere Schülerinnen und Schüler bleiben, neben Theaterbesuchen und Klassenleseprojekten, in W- und P-Seminaren weiter die
Lesekompetenz und Leselust zu fördern, bzw. Lust auf kulturelle Erfahrungen zu machen. In diesem Zusammenhang möchte ich ganz besonders auf die Wichtigkeit des Fortbestandes unseres USA-Austausches mit der Oak Hills High School in Cincinnati verweisen. Dies ist der neuen
Schulleitung ein Herzensanliegen. Entwicklungen in den USA bzw. die Zusammensetzung der Fachschaft Englisch erfordern nicht selten flexible Lösungen in Bezug auf Reiseleitung und Begleitpersonen. Ich möchte daher an dieser Stelle allen Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich danken, die in den letzten Jahren mit ihrem Engagement zur Aufrechterhaltung unseres bewährten Austausches mit Cincinnati beigetragen haben. Die gesamte Fachschaft Englisch ist aufgefordert, diesen kulturellen Austausch auch weiterhin zu ermöglichen.
Allen Englischkolleginnen und -kollegen ein herzliches Dankeschön für ihre engagierte
Unterrichtstätigkeit und ihre Fortbildungsbereitschaft in Bezug auf die neuen digitalen Medien (MEBIS-Plattform, Active-Inspire, Tablets, etc.). Last but not least, vielen Dank an meine zwei besseren Hälften, an meine Frau für ihren bereits lange Jahre währenden Einsatz in vielen Unterstufenklassen, um als native speaker nicht nur zu einer verbesserten Kommunikationsfähigkeit unserer Unterstufler beizutragen, sondern sie zusätzlich zu ihrem regulären Unterricht weiter aufzuschließen und zu begeistern for all things English, und an unsere 2.Fachbetreuerin Englisch, Frau StDin Renate Skibiak, die mich auf dem nicht immer ganz leichten Weg der Fachschaftsleitung in bewegten Zeiten mit stets gutem Rat und beherzter Tat auf dem richtigen Kurs hält.

StD Steffan, Fachbetreuer Englisch

 

Etwas aufgeregt sind sie schon, die Schülerinnen und Schüler der 7E, kurz bevor sie die ihre Gäste in der Aula des Dingolfinger Gymnasiums abholen: die amerikanischen Austauschschüler aus Cincinnati (Ohio). Im Englischunterricht hat die 7E mit ihrer Lehrerin, Susanne Beer, in den letzten Wochen eine Stadtführung durch Dingolfing vorbereitet. Sie wollen den Gästen von der Oak Hills High School nicht nur typische Sehenswürdigkeiten wie die Herzogsburg oder die Kirche St. Johannes zeigen, sondern den Amerikanern auch vermitteln, was ihnen persönlich besonders an Dingolfing gefällt: die renaturierten Isarauen, der Bewegungspark oder ihre Lieblingseisdiele.

Uns so marschierten die jungen „tourist guides“, ausgestattet mit USA-Fähnchen, und ihre Gäste in zwei Gruppen los, um Dingolfing zu erkunden. Frau Krempl, die Organisatorin des Schüleraustauschs, begleitete eine Gruppe, Frau Beer die andere. Außerdem nahmen auch die amerikanischen Lehrerinnen Mrs Vandewalle und Mrs Nemeth teil.

Aufmerksam und beeindruckt von den Englischkenntnissen der jüngeren deutschen Schülerinnen und Schüler lauschten die Amerikaner den Ausführungen der Siebtklässler. Sie erfuhren Wissenswertes über die Stadtgeschichte und das Leben in Dingolfing.

Bald zeigte sich jedoch, dass es um mehr geht, als um die Vermittlung von Informationen: Auf dem Weg zwischen zwei Haltepunkten mischten sich die deutsche und die amerikanische Gruppe mehr und mehr und die Schülerinnen und Schüler tauschten sich über Freizeit, Familie, Autos und anderes aus.

Nach zwei Stunden war die kurzweilige Stadtführung zu Ende, wobei die deutschen Gästeführer mit einem Eis für ihre Arbeit belohnt wurden.

Informationen zur Herzogsburg

OStRin Susanne Beer